Kuvasz – Zucht „vom Drachenfels“

verantwortungsvolle Zucht zur Gesunderhaltung des Kuvasz

April 2009, Tagebuch von Annelies Muntwyler, Schweiz

30. März: Heute haben wir die Tierarztpraxis in Geroldswil aufgesucht. Es ging lediglich darum, die Praxis mal kennen zu lernen. Hattyú stellte sich problemlos auf die Waage mit einem Gewicht von 9,900 kg. Dann wurden Leckerlis verteilt, geknutscht und die Chip-Nummer abgelesen. Der Impftermin ist festgelegt auf den 9. April 2009.

31. März: Wir fuhren auf einen Waldparkplatz … … und haben den ersten Spaziergang im Wald unternommen. Hattyú ist sehr schön an der Leine gelaufen. Nur dreimal zog sie, worauf ich sofort still stand, bis sie mir wieder lockere Leine gab. Erst dann ging es weiter. Und im Wald waren unglaublich viele wunderbare Düfte verbreitet. Zum Abschluss fuhren wir in den Pferdestall zu unserem Pferd Indio. Walter und Indio waren aber nicht da sondern auf dem täglichen Ausritt, sodass Hattyú sehr interessiert die ganze Box beschnuppern konnte.

1. April: Nachdem Hattyú am Morgen zuallererst den am Boden liegenden Staub­sauger angebellt und angeknurrt hatte und dann aber Frauchen das komische Ding überall abtastete, kam Hattyú zum Schluss, dass sie das auch wolle. Als ich dann später den Sauger auf der leisesten Stufe laufen liess, reagierte sie nicht mehr. Die Welt war in Ordnung.

Anfangs Nachmittag fuhr ich mit dem Auto zum Zug- und Busbahnhof. Ich setzte mich auf eine Bank, nahm Hattyú auf den Schoss und sass eine halbe Stunde ein­fach da. Anfangs zitterte sie am ganzen Körper, schaute aber rundum und gewöhnte sich nach und nach an die vielen wartenden Leute, die Busse, die kamen und gingen, die vorbeifahrenden Züge, einen grossen Kranwagen, der für eine Dach­reparatur im Einsatz war sowie den hohen Lärmpegel. Nach etwa 10 Minuten beruhigte sie sich, guckte aufmerksam das Geschehen an. Ich war während der ganzen Zeit einfach ruhig, denn ich wollte sie in ihrer Angst nicht noch unterstützen. Dann setzte sich eine Dame zu uns auf die Bank und fragte, ob sie den kleinen Eisbär streicheln dürfe, was ein schöner Abschluss unseres Bahnhoferlebnisses war.

Auf dem Heimweg schauten wir wieder im Pferdestall vorbei. Dieses Mal hatten wir Glück. Hattyú hat sich ganz vorsichtig dem riesengroßen und komischen Tier genähert. Ich nahm sie auf die Arme, damit sie das Pferd besser sehen und zuschauen konnte, wie ich das Pferd berührte. Ganz wohl war es Hattyú nicht bei der Sache. Das nächste Mal geht es bestimmt schon besser.

Zu Hause angelangt, war Essenszeit. Den Preydummy hatte ich an einem langen Stecken mit einer langen Schnur befestigt. Wau, war das ein Fest! Hattyú jagte dem Preydummy in Windeseile hinterher. Ich schlug Bögen, wechselte die Richtung und drehte Kreise, bis Hattyú den Beutel erwischte und mir brachte. Dieses Spiel wieder­holten wir dreimal und werden es bald wiederholen.

2. April: Hattyú genießt den ersten warmen Frühlingstag im Garten. Sehr interessant und erfreulich ist, dass sie die lärmenden Kinder in den paar Tagen voll akzeptiert hat. Sie hockt sich auf die Wiese und schaut dem Geschehen gelassen zu. Sogar den Pöstler mit dem Krach machenden Mofa kann sie einordnen, bellt ihn nicht mehr an, flüchtet nicht mehr in die Stube, sondern beobachtet sein Tun haargenau.

Wir haben heute zum ersten Mal das Wohngebiet erforscht und nebenbei Leinenlaufen geübt. Da gab es unglaublich viel zu beschnuppern, und zwar auf beiden Seiten von der Strasse, womit aber Frauchen nicht so ganz einverstanden war. „Die läuft nur auf einer Seite, kann nicht mal hin und her gehen, und da es mir nicht behagt, wenn es am Hals so zieht, habe ich mich eben auch für eine Strassenseite entschieden. Hund passt sich an!!!

Täglich kommen verschiedene Bekannte zu Besuch. Die sich strikte an meine Anweisungen halten müssen, nämlich in den ersten zwei Minuten

– darf Hattyú nicht angeschaut werden,                                                                       – darf mit Hattyú nicht gesprochen werden,

– darf Hattyú auf keinen Fall gestreichelt, nicht mal berührt werden,            – muss Hattyú ignoriert werden.

Walter und mich darf der Besuch begrüssen. Die Kleider werden an der Garderobe deponiert und dann setzen sich die Leute an den Tisch, wobei sie natürlich fast wahnsinnig werden, weil sie den im Augenwinkel entdeckten und charmanten Schmusebär noch nicht beachten dürfen. Sobald Hattyú in ihr Bett geht oder sich irgendwo auf dem Boden platziert hat, gibt es grünes Licht für die Besucher. Es darf geknutscht und geschmust werden. Natürlich nicht am Tisch sondern auf Hattyú’s Bett oder auf dem Boden oder auf der Fenstersims.

Beim Verabschieden herrschen wieder harte Bräuche. Dem WEISSEN SCHWAN darf nicht die geringste Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Der Erfolg hat sich schon deutlich eingestellt: Mit 10 Wochen hat Hattyú begriffen, dass sie nicht Mittelpunkt ist. Zu 50% bleibt sie sogar liegen, wenn die Hausglocke läutet. Beim Verlassen des Hauses ist die Quote schon bei 95%. Ich bin wahnsinnig stolz auf Hattyú und ein bisschen auch auf meine Konsequenz!!

3. April: Heute sind Hattyú und ich mit der Bahn nach Zürich gefahren. Vor 2 Tagen zitterte sie am Bahnhof wie Espenlaub und heute marschierte sie erhobenen Schwanzes und sehr selbstsicher dem Bahngeleise entlang. Als der Zug anfuhr, habe ich sie wortlos auf den Schoss genommen. Sie schaute interessiert nach draußen mit dem Kopf den Häusern und Bäumen folgend. Es kam mir vor wie an einem Tennis-Turnier (Kopf immer hin und her). Nach 2 Stationen legte ich sie auf den Boden. Sie blieb im „Down“ bis wir in Zürich den Zug verließen.

Sogar an der Bahnhofstrasse in Zürich war der kleine Schwan Hauptperson. Wildfremde Leute waren begeistert vom „kleinen Eisbären“ und wollten das Baby streicheln. Ich nahm sie auf den Arm, weil ich nicht möchte, dass sie Druck empfindet, wenn sich die riesigen Menschen über sie beugen.

Wir besuchten meine frühere Arbeitskollegin in Zürich. Ich war sehr gespannt, wie sie auf das Liftfahren reagieren würde. Sie spazierte in den Lift rein, setzte sich sofort, als sich der Aufzug bewegte und spazierte zum Lift raus, als ob sie das schon immer so gemacht hätte. Einfach ein super-cooles Hündchen!!!

Im Büro inspizierte sie alle Büroräume, denn alle Türen waren offen. Als sie sich überall umgesehen hatte, marschierte sie in den Konferenzraum und hinterließ ein Seelein auf dem Büroteppich.  –  Ja, das mit den Seelein!!!! Hattyú macht ihr Pipi draussen, sogar auf meinen Befehl, aber das Seelein und die Häuflein auf den Teppichen ist das normalste auf dieser Welt. Da sind wir uns absolut nicht einig. Dieser Kampf wird beidseitig weitergeführt und ich werde ihn gewinnen.

Die Heimreise mit dem Zug war schon fast Gewohnheit. Sie legte sich sofort auf den Boden und schlief ob der vielen Züricher Eindrücke sogar ein.

UND AB JETZT SCHREIBE ICH „HATTYÚ-BÁRÁNY VOM DRACHENFELS“ SELBER, DENN MEIN FRAUCHEN, GENANNT „ASI“, SIEHT DIE DINGE NICHT IMMER WIE ICH, ALSO LASST MICH ZUM WORT KOMMEN:


Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 3. Juli 2009 und wurde abgelegt unter "1.Würfe/Kölykök, H-Wurf vom 18.01.2009". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

Noch keine Kommentare bislang

Kommentar hinterlassen

Du musst angemeldet sein um einen Kommentar schreiben zu können:  Anmelden »
Kuvasz – Zucht „vom Drachenfels“ läuft unter Wordpress 4.2.23
Anpassung und Design: Gabis WordPress-Templates