Die Rasse zurück
Eigenschaften und Verwendung heute

Die Jahrhunderte lange Nutzung der Kuvaszok als arbeitende Herdenschutzhunde formte nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch ihren Charakter. In der Einsamkeit der Puszta lebten sie in engem Sozialverband mit ihren Hirten, den Schafen und kleineren Treibhunden.

Daher kommt ihr, wie bei allen HSH-Rassen, mitunter recht hartes (im Nehmen und auch manchmal im Geben) dickköpfiges (stures) Wesen, aber auch ihre Eigenständigkeit und gelegentliche Eigensinnigkeit.



Gegenüber fremden Personen und Situationen reagiert der Kuvasz zurückhaltend, vorsichtig, (nicht zu verwechseln mit aggressiv und wesensschwach!) auch neugierig und interessiert. Er entscheidet selbst ob und wann er zu Fremden Kontakt aufnimmt.



Heute schätzen wir den Kuvasz vor allem wegen seiner Treue, seiner Souveränität und seiner Bereitschaft, bei akuter Gefahr ohne Angst etwas zu unternehmen ohne dabei draufgängerisch zu sein



Seine Hauptaufgabe bestand darin, Raubtiere und Eindringlinge vom Gehöft fern zu halten. Hieraus erklärt sich sein ausgeprägtes Territorialverhalten. Tagsüber zeigt er sich ruhig, scheinbar phlegmatisch, während der Dämmerung und in der Nacht ist er jedoch sofort alarmbereit.



Er liebt Ruheplätze mit "guter Rundumsicht", in der Natur Berghöhen, Anhöhen oder Hüttendächer. Will man die Nachbarn nicht durch einen eifrig bellenden "zivilen Haus- und Gartenbeschützer" vergraulen, sollte man ihm die Aufgaben des Wachens und Beschützens nicht noch durch "Paradeplätze im Garten" zusätzlich schmackhaft machen, denn er erledigt seine Aufgaben ernst und gewissenhaft und weitet "sein Territorium" nicht selten auf den gesamten Straßenzug oder auch das ganze Dorf aus.



Ein artgerecht ausgelasteter Kuvasz wird solche Ersatzhandlungen allerdings nicht entwickeln.


Mit dem Einzug in die modernen Haushalte der Städte und Dörfer ergaben sich so manche neue Beschäftigungsmöglichkeiten.

Radeln…



Schwimmen…



Gartenarbeit…

     


Jagd-Eigenschaften:

Zum Zwecke der Jagdverwendung wurden im Mittelalter flinke, lauffreudige Rassen, wie z.B. russ. Windhundartige in etliche Schläge der Herdenschutzhunde eingekreuzt. So wirken viele HSH einerseits groß und mächtig, andererseits aber auch erstaunlich schnell, wendig und ausdauernd. Aufgrund dieses Erbes zeigen manche Kuvaszok den unerwünschten Jagdtrieb (Hetztrieb) dem bereits im jugendlichen Alter erzieherisch entgegen zu wirken ist

Noch mehr Infos sind nachzulesen in: "Herdenschutzhunde" von Petra Krivy, Kosmos 2004

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